Die Seebestattung

Die Entscheidung für eine Seebestattung geht aus einer tiefen Verbundenheit und Liebe zum Meer hervor. Die Vorstellung, im Tod von den sanften Wogen des Meeres empfangen zu werden, spendet ein Gefühl von Geborgenheit und Trost. 

Was ist eine Seebestattung?

Wer sein Leben lang eine besondere Nähe zum Element Wasser verspürt hat, entscheidet sich oft für eine Seebestattung und die Beisetzung im offenen Meer. Bei Seebestattungen wird eine biologisch abbaubare Urne mit der Asche des Verstorbenen über „rauem Grund“ auf dem Meeresboden abgesetzt. Die Beisetzung von Bord eines Schiffes aus muss an einer bestimmten ausgewiesenen Position außerhalb der Dreimeilenzone erfolgen. Sie wird von einer seemännischen Zeremonie begleitet. Angehörige und weitere Trauergäste können auf Wunsch dabei anwesend sein.

Wie sieht der Ablauf einer Seebestattung aus?

Trauerfeier

Die Trauerfeier findet bei Seebestattungen vielfach vor der Einäscherung am Sarg des Verstorbenen statt. Auf Wunsch können die Angehörigen und Freunde auch eine Feier an Bord des Schiffes abhalten. Es bleibt den Hinterbliebenen überlassen, ob die Zeremonie von einem Geistlichen, einem Trauerredner oder dem Kapitän begleitet werden soll. Bei einer stillen Seebestattung findet die Beisetzung ohne Begleitung der Trauernden statt. 


Einäscherung

Bei Seebestattungen erfolgt zunächst die Einäscherung des Verstorbenen in einem Krematorium. Im Anschluss daran überführt oder übersendet der Bestatter die Aschekapsel an die beauftragte Seebestattungsreederei. Die Asche wird von der Reederei in eine spezielle Seebestattungsurne umgefüllt. Diese Seeurne muss sich gemäß den gesetzlichen Vorgaben innerhalb kurzer Zeit nach der Beisetzung im Meer auflösen. Wir kooperieren unter anderem mit der Reederei Narg in Cuxhaven. 
 

Wie erfolgt die Beisetzung auf See und welche Regeln gelten bei Seebestattungen?

Beisetzung

Bei einer Seebestattung treffen sich die Trauergäste im Hafen und fahren mit dem Schiff zum Ort der Beisetzung. Nach der Trauerrede wird die Urne im Rahmen einer seemännischen Zeremonie dem Meer übergeben. Die Beisetzung wird vom Hissen der Flagge, dem Blasen der Bootsmannspfeife, Seemannsliedern oder Trauermusik begleitet. Als letzter Gruß streuen die Angehörigen Blumen auf das Seegrab. Im Anschluss erhalten sie eine Seegrabmappe mit dem Logbucheintrag und eine Seekarte mit den Koordinaten des Beisetzungsortes. Am Ende fährt das Schiff mehrere Ehrenrunden und sendet zum Abschied drei Signaltöne.

 

Regeln

Da Bestattungen in Deutschland grundsätzlich auf dem Friedhof erfolgen müssen, bedarf die Seebestattung einer Genehmigung. Die Beisetzung auf See stellt die einzige offizielle Ausnahme vom Friedhofszwang dar. Eine Voraussetzung dafür ist, dass sich die Urne schnell zersetzt und schwer genug ist, um auf dem Meeresgrund zu verbleiben. Mit der Beisetzung ist eine Reederei zu beauftragen. In einigen Bundesländern ist die Genehmigung davon anhängig, ob der Verstorbene auf irgendeine Art mit der See verbunden war. Meistens ist eine entsprechende Erklärung der Angehörigen ausreichend. Die Urne wird außerhalb der 3-Meilen-Zone abgesetzt. Die Seebestattung ist eine Sonderform der Beisetzung. Zur Wahrung der Pietät – aber auch aus Umweltschutzgründen – gelten dafür besondere Bestimmungen (§ 9 Abs. 1 des Feuerbestattungsgesetzes).

Bestattungsort

Seebestattungen finden auf offener See statt. Sie haben die Wahl zwischen der Ostsee und Nordsee sowie dem Pazifik, Atlantik und dem Mittelmeer.

Zeremonie

Die Abschiedszeremonie an Bord des Schiffes wird von verschiedenen Ritualen begleitet. Sie entscheiden sich für einen Trauerredner und wählen die Trauermusik.

Kosten

Bei einer Seebestattung kommen Kosten für die Reederei hinzu. Die Gesamtkosten liegen allerdings deutlich unter denen einer traditionellen Erdbestattung.

Trauerfeier

Sie können sich zwischen der stillen und der begleiteten Seebestattung entscheiden. Zudem besteht die Möglichkeit, die Feier an Land abzuhalten.

Trauerorte

Zum Gedenken an den Verstorbenen können Angehörige und Freunde Gedenkstätten an Land besuchen oder an einer Gedenk- oder Erinnerungsfahrt mit dem Schiff teilnehmen.

Bestatter

Als Bestatter Ihres Vertrauens sehen wir uns in Zeiten des Abschieds als Ihr Begleiter. Wir unterstützen Sie bei Formalitäten und organisatorischen Aufgaben.

Unsere Leistungen

Die Rolle des Bestatters bei der Seebestattung

Der Bestatter kümmert sich um den Transport und die Versorgung des Verstorbenen. Er übernimmt organisatorische Aufgaben und plant den Ablauf der Beisetzung. Bei Seebestattungen hat er die Aufgabe, die Urne an die Reederei zu übergeben. In der Regel stellt der Bestatter den Antrag auf Befreiung von der Friedhofspflicht.

Diese Aufgaben übernehmen wir bei einer Bestattung für Sie:

Überführung

  • Transport und Überführung
  • Hygienische Versorgung
  • Ggf. kosmetische Behandlung

Beratung

  • Beratung zur Kremation und Auswahl der Seeurne
  • Ablauf der Seebestattung 
  • Auswahl des Beisetzungsortes

Formalitäten

  • Amtliche Formalitäten
  • Hilfe bei Behördengängen
  • Planung der Zeremonie auf See und ggf. Gedenkfahrten

Welche Arten der Seebestattung gibt es und wo kann ich trauern?

Manchmal haben die Angehörigen nicht die Möglichkeit, den letzten Weg des geliebten Menschen zu begleiten. Im Rahmen einer stillen Seebestattung spricht der Kapitän die Worte zum Abschied und übergibt die Urne in Stille dem offenen Meer. 


Begleitete Seebestattung
Die Hinterbliebenen begleiten die Urne an Bord des Schiffes. Sie nehmen an der Zeremonie teil und werfen zum Abschied Blumen ins Meer. Bei der begleiteten Seebestattung wird nur die Urne des Verstorbenen, dessen Angehörige an Bord sind, mit auf See genommen. Als Zeichen der Würdigung des Verstorbenen tragen der Kapitän und die Besatzung die Marineuniform.


Stille Seebestattung
Bei einer stillen Beisetzung auf See sind keine Trauergäste anwesend. Bei der Bestattungsfahrt werden mehrere Urnen zur Beisetzungsposition überführt. Der Kapitän spricht die Abschiedsworte und übergibt die Urnen feierlich nach altem Seemannsbrauch dem Meer. Mit vier Doppelschlägen der Schiffsglocke vollzieht er symbolisch das Ende der Seewache.


Orte der Trauer
Bei Seegräbern gibt es keinen örtlichen Bezugspunkt, an dem die Angehörigen ihrer Trauer Ausdruck verleihen können. Hier bietet das Wasser als allgegenwärtiges Element den Trauernden die Möglichkeit zum Totengedenken. Reedereien bieten Gedenktrauerfahrten an, bei denen das Schiff an die Position der Beisetzung fährt und die Namen der Verstorbenen verlesen werden. Auch an Land gibt es vielerorts Gedenkstätten, beispielsweise die Brücke der Erinnerung am Brodtener Ufer oder die Erinnerungsstätte Seefrieden in Wilhelmshaven. Am Marine-Denkmal in Laboe werden Sammelgedenkfeiern abgehalten. 

Der Friedhof als Grabstätte ist deutschlandweit Pflicht

Angesichts der Rechtslage gilt in allen Bundesländern Deutschlands der Friedhofszwang. Sowohl bei der Erdbestattung als auch bei der Feuerbestattung besteht die Pflicht, die Verstorbenen auf dafür vorgesehenen Plätzen zu beerdigen. In der Regel sind das die kommunalen und kirchlichen Friedhöfe. Dabei ist der Friedhof frei wählbar. Der Zwang, einen bestimmten Friedhof zu nutzen, besteht nicht. Eine Bestattung außerhalb des Friedhofs ist nur in den gesetzlich vorbehaltenen Ausnahmefällen zulässig, beispielsweise bei einer Seebestattung. Mit besonderer Genehmigung können private Bestattungsorte betrieben werden.

Häufige Fragen zur Seebestattung

Was sind die gesetzlichen Fristen für eine Seebestattung? aufklappen zuklappen

Nach einem Sterbefall muss binnen 24 bis 36 Stunden ein Bestatter beauftragt werden, der die Überführung des Verstorbenen übernimmt. Diese Frist ist in den Bundesländern unterschiedlich lang. Bei Urnenbeisetzungen ist generell keine Eile geboten und Sie können die Seebestattung in Ruhe planen.
 

Was kostet eine Seebestattung? aufklappen zuklappen

Im Hinblick auf die Kosten ist zu beachten, dass der Seebestattung eine Feuerbestattung mit Kremierung vorausgeht. Insgesamt sind die Bestattungs- und Folgekosten überschaubar. Kosten für einen Grabstein, Friedhofsgebühren und Kosten für die Grabpflege entfallen. Seebestattungen auf der Ostsee sind meist günstiger als auf der Nordsee.
 

Warum eine Seebestattung? aufklappen zuklappen

Der Wunsch nach einer Beisetzung auf See hat neben der maritimen Verbundenheit verschiedene Gründe. Oft ist es die Anonymität der Bestattungsart, die vielen zusagt. Wer den Angehörigen die langjährige Grabpflege abnehmen möchte, entscheidet sich gern für ein Seegrab. Auch das Budget und familiäre Traditionen spielen eine Rolle.
 

Wo ist eine Seebestattung möglich?  aufklappen zuklappen

Für die Seebestattung zugelassene Gebiete in Deutschland liegen in der Ostsee und Nordsee. Aber auch im Mittelmeer, zum Beispiel vor Mallorca oder Sizilien, vor den Kanarischen Inseln oder im Pazifischen Ozean sind Seebestattungen möglich. Die Beisetzung erfolgt außerhalb der 3-Meilen-Zone auf offener See.
 

Was bedeutet Ruhefrist? aufklappen zuklappen

Während der sogenannten Ruhefrist darf die Totenruhe nicht gestört werden. Das Grab darf weder aufgelöst noch neu vergeben werden. Umbettungen sind in Ausnahmefällen erlaubt. Nach Ablauf der Ruhefrist ergeben sich neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel die anschließende Beisetzung der Urne im Rahmen einer Seebestattung.
 

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